«Neun Richtige oder lieber eine falsch?»

Es ist ein Bild, dem wir im Alltag immer wieder begegnen: Wir sehen selten zuerst das Gute, sondern sind stets auf der Suche nach dem Fehler, dem Bösen, dem Schlechten, dem Falschen und so weiter. Selbst in Bildrätseln wird dazu aufgefordert: «Suche den Fehler». Auch im Umgang mit Menschen und Tieren sind wir sehr schnell dabei, wenn uns etwas nicht gefällt, wenn jemand fehlbar war, sich nicht so verhält, wie wir es erwartet haben. Wir bewerten, wir tadeln, wir kritisieren, wir zeigen Enttäuschung, wir entmuten und manchmal entsteht eine gereizte Stimmung. Nicht selten wird gemunkelt, getuschelt, denunziert, gemobbt und anderes mehr.

Dass das nicht unbedingt sein muss, liegt genau so auf der Hand wie, dass wir uns selbst nicht immer im Griff haben und «Mustern» folgen, die wir uns im Laufe der Jahre angeeignet haben. Doch wie kommt man da raus? Wie kann man verhindern, eine schlechte Stimmung zu erzeugen? Oder anderst gefragt: Wie kann man für «good mood for good vibes» sorgen?



Was ist deine Perspektive?


Welche «Brille» hattest du an, als du dich dabei ertappt hast oder erwischt wurdest, wie du den Pfad der «Negativität» beschritten hattest? Wie hast du dich dabei gefühlt, recht haben zu wollen und dabei sozusagen «über Leichen» zu gehen? Wenn du ein gutes Gefühl dabei hast, anderen Leid zu tun, dann solltest du dir unbedingt Hilfe suchen. Wenn du «Mustern» oder «Glaubenssätzen» gefolgt bist, dann besteht Hoffnung, dass du für dich und andere entsprechende Verantwortung übernehmen kannst und in Zukunft mehr darauf achten wirst, für gute Laune zu sorgen.

In der Schule und in Ausbildungen lernen wir, Fehler zu identifizieren. Ein Benotungssystem, nach dem wir bewertet und beurteilt werden. Es bietet wenig Raum für eine Fehlerkultur, aus welcher wir lernen könnten.

Fehlerkulturen sind nicht so populär, zu stark sind die Einflüsse einer Kultur, in der nur «richtig oder falsch» zählt. Psychologisch gesehen passiert das auch in

den zwischenmenschlichen Beziehungen.

Zwischenmenschliche Beziehungen, die uns formen:


  • Das ist der falsche/richtige Partner.
  • Das ist der falsche/richtige Beruf.
  • Das ist der falsche/richtige Weg.
  • Diese Aussage ist falsch/richtig.
  • Dein Verhalten ist falsch/richtig.
  • Du hast dich falsch/richtig benommen.
  • Das ist eine falsche/(auf)richtige Person.

und so weiter.



Herauszufinden, was falsch oder richtig ist, macht uns aus. Die Wissenschaft nutzt das Prinzip «try and error» (Versuch und Irrtum), um herauszufinden, was am besten funktioniert. 

In zwischenmenschlichen Beziehungen kann das Konzept «Wir sind einen Schritt weitergekommen» gut funktionieren. Eine gesunde Fehlerkultur bedeutet:

  • Den «Fünfer» auch mal gerade sein lassen.
  • Zwischen «schwarz und weiss» auch die Grautöne zu sehen.
  • Mit einer Idee «ein bisschen schwanger» sein zu dürfen, auch wenn es ein bisschen schwanger nicht gibt – doch es gibt es.
  • Das Falsche willkommen zu heissen, um das Gute darin zu sehen.
  • Statt «Ich war’s nicht.», Fehler einzugestehen.
  • Stress Symptomen und emotionalen Ausnahmezuständen die nötige «Luft» zu geben.
  • In Fehlersituationen Vertrauen zu gewinnen und deswegen keine «Notprogramme» zur Verteidigung aufzubauen.
  • Die Angst vor Bestrafung nicht mehr zu fürchten, weil es keine mehr gibt.
  • Mit einer Fehlerkultur Lernpotentiale sichtbar zu machen.
  • Durch Fehler die eigene Improvisationsfähigkeit zu stärken, z.B. nach dem KAIZEN Prinzip, das Veränderung zum Besseren in kleinen und ruhigen Schritten führt.
  • und so weiter.

Und jetzt?


Die Technik «Neun Richtige oder lieber eine falsch» kannst du im Alltag sehr gut anwenden. Finde Situationen aus deinem Alltag, die du in Zukunft mit dieser Technik angehen willst mit der Frage: Was ist die «eine Falsche»? und versuche die «neun Richtigen» zu finden. Wenn du nicht auf «neun Richtige» kommst, dann gilt es zu überlegen, weshalb dir die Situation das nicht ermöglicht.

 

Lass diesen EINEN FEHLER deines Gegenübers zum Erfolgserlebnis für euch beide werden. Das entspannt ungemein, fördert Kreativität und ein gutes Einvernehmen. Vor allem aber sorgst du dafür, dass man dich wertschätzt, dass man dich mag und zu «Geburtstagspartys» gerne einlädt. Und du bist herzlich dazu eingeladen, an unserem STAMM für «good mood for good vibes» zu sorgen.